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„Nur wenn die Feuerwehren genügend Einsatzkräfte haben, ist eine schnelle und hoch qualifizierte Hilfe möglich“

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Florian Vetter: Kreisbrandmeister für den Schwarzwald-Baar-Kreis.

 

Im Schwarzwald-Baar-Kreis besteht die Feuerwehr zu 99 Prozent aus Ehrenamtlichen. Umso wichtiger ist es, immer wieder neue Menschen dafür zu begeistern, bei der Feuerwehr mitzumachen. Dass dafür kein Vorwissen nötig ist und dass es längst nicht mehr ausschließlich um Brandbekämpfung geht, erklärt uns Florian Vetter im Interview. Seit April 2015 ist er Kreisbrandmeister für den Schwarzwald-Baar-Kreis und Leiter des Sachgebietes Brand und Katastrophenschutz im Landratsamt.

Gesundheitsnetzwerk: Herr Vetter, wie viele Feuerwehren gibt es im Schwarzwald-Baar-Kreis?

Florian Vetter: Jede der 20 Gemeinden unterhält eine eigene Feuerwehr. Diese sind teilweise in Abteilungen für die verschiedenen Ortsteile untergliedert. So haben wir im Landkreis aktuell 78 Feuerwehrabteilungen. Außerdem werden sechs Werkfeuerwehren bei Unternehmen vorgehalten. Alle Feuerwehren zusammen haben aktuell 2.560 Mitglieder.

Gesundheitsnetzwerk: Wie viele Einsätze gab es im vergangenen Jahr im Schwarzwald-Baar-Kreis? Und zu welchen Einsätzen werden die Feuerwehren besonders häufig gerufen?

Florian Vetter: 2017 sind wir 1.916 Mal ausgerückt. In den vergangenen Jahren ist ein Anstieg der Einsatzzahlen zu erkennen. Die Bekämpfung von Bränden ist immer wieder ein Thema – aber es ist längt nicht mehr unsere wichtigste Tätigkeit. Am häufigsten sind technische Hilfeleistungen in all ihrer Vielfalt: Dazu gehören zum Beispiel die Rettung bei Straßenunfällen, Hilfe bei Hochwasser, Sturm- und Unwetterschäden sowie das Retten von absturzgefährdeten Personen oder Gegenständen. Hinzu kommen Öl- und Gefahrguteinsätze: wenn zum Beispiel eine Säure austritt, die für Mensch und Umwelt ein hohes Risiko birgt. Auch bei der Rettung von Tieren und bei der Brandschutzaufklärung sind die Einsatzkräfte immer wieder aktiv.

Gesundheitsnetzwerk: Ist es schwierig, Menschen für die Feuerwehr zu gewinnen?

Florian Vetter: Sicherlich haben wir den Vorteil, dass die roten Autos mit den blauen Lichtern viele faszinieren. Wie in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft ist es in der heutigen Zeit jedoch nicht immer einfach, Menschen für eine ehrenamtliche Freizeitgestaltung zu gewinnen. Die Feuerwehren wurden ursprünglich von Bürgern gegründet, um ihr Hab und Gut gegenseitig zu schützen. Heute ist daraus eine gesetzliche Aufgabe einer jeden Gemeinde geworden – weil es sich bewährt hat. Die Feuerwehr im Schwarzwald-Baar-Kreis setzt sich zu 99 Prozent aus ehrenamtlichen Bürgern zusammen, die sich für die Sicherheit der Gemeinschaft einsetzen. Aktuell ist der Kreisbrandmeister der einzige hauptamtliche Feuerwehrmann im Landkreis. Nur wenn die Feuerwehren genügend Einsatzkräfte haben, ist eine schnelle und hoch qualifizierte Hilfe möglich. Wir freuen uns deshalb über jeden, der sich für den Dienst am Nächsten in den Feuerwehren einbringen will.

Gesundheitsnetzwerk: Wie finden Sie Nachwuchs?

Florian Vetter: Fast jede Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis hat eine Jugendfeuerwehr. In der Regel kann man dort ab zehn Jahren mitmachen und in die vielfältigen Aufgaben bei der Feuerwehr hineinwachsen: Brandschutz, erste Hilfe, das Löschen von Bränden und technische Hilfeleistungen. Regelmäßig finden Zeltlager und Wettbewerbe statt. An Einsätzen dürfen die Jugendlichen nicht teilnehmen, aber regelmäßig wird geübt. Die vielen gemeinsamen Aktionen schweißen zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Immer wieder bekommen die Jugendfeuerwehren auch Anfragen von Eltern mit kleineren Kindern, die sehr großes Interesse an der Feuerwehr haben. Deshalb gibt es jetzt in einigen Gemeinden Kindergruppen. Dort stehen Spiel und Spaß im Vordergrund. Zugleich hilft es uns bei der Nachwuchssicherung, da viele Kinder mit zehn Jahren schon in anderen Vereinen aktiv sind und dann nicht mehr zur Feuerwehr kommen.

Gesundheitsnetzwerk: Kann ich mich auch als Erwachsener bei der Feuerwehr engagieren?

Florian Vetter: Ja, jederzeit. Als sogenannter Quereinsteiger ist der Eintritt in die Feuerwehr am jeweiligen Wohnort ab 17 Jahren möglich. Hierzu kann der Interessent einfach in den Probedienst der Feuerwehr gehen oder sich beim Kommandanten beziehungsweise der Gemeinde informieren und sein Interesse bekunden. Vorwissen ist nicht nötig. Wer wissen möchte, wie er mit der Feuerwehr vor Ort Kontakt aufnehmen kann und wann Übungen stattfinden, dem empfehle ich diese Website: http://www.mach-mit-ffw.de/